Bechsteinfledermaus ( Myotis bechsteinii )

Bild: © D. Nill

Vorkommen im Bereich Seligenstadt und Mainhausen 1985 bis 2016

Kastenkontrollen 1985 bis 2016 – Vorkommen Bechsteinfledermaus

Im Bereich Hainburg/Seligenstadt/Mainhausen bei Kastenkontrollen nachgewiesene Bechsteinfledermäuse 1985 bis 2018

Nachweise der Besteinfledermaus in Hainburg
Bechsteinfledermausnachweise 1985 bis 2018 im Bereich Stadt- und Forstwald Seligenstadt
Nachweise der Bechsteinfledermaus in Mainhausen
Nachweise der Bechsteinfledermaus in Mainhausen

Einzelnachweise im Ostkreis Offenbach

Nachweise Bechsteinfledermaus
Probefläche Datum Anzahl Longitude Latitude
FLM26 03.09.2018 4 8,96459198 50,0079765
FLM53 26.09.2017 1 9,02003288 50,0117493
FLM55 26.09.2017 7 9,01755047 50,0072174
HST024 27.08.2016 5 8,92236519 50,0595016
HST024 27.08.2016 1 8,92236519 50,0595016
HST024 27.08.2016 1 8,92236519 50,0595016
HST025 27.08.2016 10 8,9212923 50,0587196
FLM05 30.07.2015 1 8,9416399 50,0087624
FLM74 19.09.2014 5 8,91346836 50,0363998
FLM26 11.09.2014 1 8,96459198 50,0079765
FLM05 06.09.2014 7 8,9416399 50,0087624
FLM05 06.09.2014 1 8,9416399 50,0087624
FLM26 29.08.2013 15 8,97360992 50,0002594
FLM26 03.09.2011 3 9,01755047 50,0072174
FLM20 13.09.2009 5 8,99062157 50,0304947
FLM26 12.09.2009 6 8,92934513 50,0293388
FLM71 01.09.2006 1 8,93438435 50,0315628
FLM26 01.09.2006 1 8,99062157 50,0304947
FLM26 01.09.2005 1 9,00358009 50,0242462
FLM20 02.09.2001 1 8,99260426 50,0306091
FLM26 02.09.2000 1 8,99260426 50,0306091
FLM26 30.08.1998 1 8,97360992 50,0002594
FLM20 30.08.1998 1 9,01755047 50,0072174
FLM72 30.08.1998 1 9,00358009 50,0242462
FLM20 10.09.1985 1 9,01755047 50,0072174

 

Aussehen und Größe

Breitflügelige, mittelgroße Fledermaus mit auffällig langen Ohren (21 bis 26 mm).  Gewicht:  7 bis 10 g. Spannweite 25-29 cm. Das braune Rückenfell ist deutlich abgesetzt von der hellen Unterseite. Das nachgewiesene Höchstalter liegt bei 21 Jahre.

Verbreitung und Lebensraum

Europäische Fledermaus der gemäßigten Buchenwald-Zone. Sie bevorzugt Laub- und Laubmischwälder von der Ebene bis ins Gebirge, besiedeln aber auch intakte Streuobstwiesen. Sie ist allerdings nur inselartig verbreitet. Als Sommerquartiere nutzt sie Baumhöhlen, Stammrissen und Fledermauskästen, die meist in einer Höhe von 1 bis 5 m liegen. Ein Großteil der Tiere überwintert vermutlich in Baumhöhlen. Sommer- und Winterquartiere sind meist nur wenige km entfernt. Das Jagdgebiet liegt oft im Umkreis von 1 km. Die Wochenstuben, ca. 10 – 50 Weibchen, nutzen im Laufe des Sommers bis zu 50 Quartiere. Die Quartiere werden alle 2 bis 3 Tage gewechselt. Die Mitglieder einer Wochenstube sind alle eng miteinander verwandt (Großmütter, Mütter und Töchter). Die Männchen verbringen den Sommer allein. Während die jungen Weibchen in den Kolonien bleiben, wandern die jungen Männchen ab.

Lokale Vorkommen

Einzelne Männchen wurden im gesamten Waldbereich nachgewiesen. Wochenstuben befinden sich südlich der Dudenhöfer Straße zwischen Lämmersee Schneise und Gemarkungsgrenze.

Fortpflanzung

Ab Anfang April werden die Wochenstuben bezogen. Von Juni bis Anfang Juli bekommen die Weibchen jeweils nur ein Junges. Ende August lösen sich die Wochenstuben auf.

Ernährung und Jagd

Sie jagen in 1 bis 5 m Höhe dicht an der Vegetation. Bei fehlendem Bodenbewuchs auch dicht über dem Boden. Sie bevorzugen Eichen, die bis in die Kronenbereiche inspiziert werden. Sie können im wendigen Flug sehr langsam fliegen und rütteln. Häufig sammeln sie ihre Beute vom Laub ab. Hierbei nehmen sie ihre Beute durch deren Raschelgeräusche war. Erbeutet werden vor allem waldbewohnende Gliedertiere. Der Anteil an flugunfähigen Insekten ist sehr hoch. Auf dem Speiseplan stehen Schmetterlinge, Käfer, Schnaken, Florfliegen, Spinnen, Weberknechte, Ohrwürmer, Raupen, Laubheuschrecken, Wanzen und Laufkäfer. Vereinzelt werden auch Schaben, Hautflügler, Hundertfüßer, Zikaden, Köcherfliegen und Blattläuse erbeutet.

Gefährdung

  • Quartier- / Lebensraumverluste
    • Entnahme von Alt- und stehendem Totholz (auch Höhlenbäume) oder von forstlich betrachtet wertlosen Bäumen (z.B. mit Zwieseln, Schadstellen)
    • Verringerung alter Wälder (über 120 Jahre) oder frühzeitige Ernte
    • Aufforstung mit nicht standortheimischen Baumarten (z.B. Douglasie (Goßner 2004)), die zu einer Verarmung der Artengemeinschaft (z.B. Insekten und Spinnen) führen
    • Verlust von Streuobstbeständen (v.a. in Süddeutschland)
  • Nahrung
    • Anreicherung der Giftstoffe im Körper der Tiere durch den Einsatz von Insektiziden in Wäldern zur Bekämpfung von Forstschädlingen
    • Verlust insektenreicher Landschaftsbestandteile durch die Entfernung von Hecken, Feldgehölzen, Säumen und Streuobstwiesen z.B. bei Siedlungserweiterungen, die als Orientierungsmöglichkeit bei Flügen in die Jagdgebiete oder als Jagdgebiete an sich dienen
  • Jagdgebieten
    • Entfernung natürlicher oder naturnaher, stufenreicher Waldränder und mehrschichtiger Laubwälder (besonders Laubwälder mit einheimischen Eichen)
    • Verlust von Flugrouten/Jagdgebieten sowie Isolierung von als Jagdgebiet geeigneten Waldgebieten durch Zusammenlegung von landwirtschaftlichen Flächen zu größeren Schlägen, die zum Verschwinden von Hecken, Säumen, Streuobstbeständen usw. führen und kleinräumig gegliederte, insektenreiche Kulturlandschaften zerstören
  • Winterquartiere
    • Verlust von geeigneten Winterquartieren (z.B. Höhlen) durch nicht sachgemäße Sanierung oder Umnutzung (z.B. Eisenbahntunnel, Stollen, Keller, Durchlässe)
    • Anlage von Radwegen in alten, nicht mehr genutzten Eisenbahntunneln, die häufig als Winterquartiere, im Sommer aber auch als Männchen- oder Paarungsquartiere genutzt werden (Meinig et al. 2009)
  • Sonstige
    • Kollisionsgefahr an Verkehrswegen

 Weiterführende Info’s:

Hessen Forst Artengutachten 2003

Hessenforst Artensteckbrief 2006