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Nutzung alter Kriegsbunker als Überwinterungsquartiere für Fledermäuse

1936 begannen die Rodungsarbeiten für die 100ha große Fläche des Militärflughafens „Schafsweide“ in Zellhausen. Flakstellungen und Versorgungs-einrichtungen entstanden im südlich angrenzenden Wald. Der flache und weitgehend hindernisfreie Flugplatz war 1938 einsatzbereit.

Heute wird der ehemalige Flugplatz als Sendefunkanlage genutzt. Die heute noch gut erhaltenen 5 großen Bunker des damaligen Lagers „Falke“ dienten dem Transportgeschwader 30 als Munitions- und Versorgungsbunker, sowie als Werkstatt. Sie liegen südöstlich des ehemaligen Flugplatzes im Wald.

(C) Foto THW Jugend Bernd Lehner

Vor über 10 Jahre wurde durch die NABU Gruppe Hainburg auf Initiative von Hans Schwarting einer von 5 alten Kriegsbunker geöffnet, mit Fledermaus-versteckplätzen an der Decke ausgestattet und mit einer Metalltür versehen. In den Folgejahren konnten keine Belegungen des Bunkers mit Fledermäusen festgestellt werden. Im Jahre 2016 übergab Hans Schwarting den von ihm betreuten Bunker an die Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibien-schutz Seligenstadt und Mainhausen (AgFA).

(C) Foto AgFA

Als Haupthindernis für die fehlenden Überwinterungsgäste wurde das sehr trockene Bunkerinnere vermutet. Der Zugang zu dem Bunker wurde mit Unterstützung der NABU Gruppe Hainburg vergrößert.
Dann überlegten wir wie Wasser in den Bunker eingebracht werden könnte und wie man das Wasser möglichst im ganzen Bunker verteilt. Hierbei hatte uns die THW Jugend Seligenstadt und die THW Jugend Bad Homburg ihre Hilfe angeboten. Wir begannen mit dem Aufgraben des Bunkerdaches in der Mitte der Bunkerdecke. Durch die Bunkerdecke haben wir ein Loch gebohrt, durch das wir die Stromzufuhr für die Lampen und Bohrmaschinen geführt haben. Auf der gesamten Fläche wurde der Boden perforiert und dann eine ca. 2 cm dicke Sandschicht eingefüllt. Am Ende haben wir das Loch in der Decke wieder geschlossen und eine Mulde zur Versickerung des Regenwassers geformt.

(C) Foto THW Jugend Bernd Lehner

Noch im selben Jahr zogen die ersten Braunen Langohren in den Bunker ein. An den beiden Schlitzen der Bunkertüren betreiben wir zwei Datalogger (Motionfox Mini) der Fa. Scanntronik.

Da die Temperatur im Herbst sehr langsam im Bunker sinkt, haben wir noch vor die alten Belüftungsschlitze wieder freizulegen um eine bessere Bewetterung zu erzielen.

Bereits beim Umbau des ersten Bunkers entstand die Idee die restlichen vier Bunker ebenfalls als Überwinterungsquartiere herzurichten. Im Februar 2020 haben wir Angebote für das Verschließen der Bunker, den Einbau von Öffnungen in den verschlossenen Bunkern und für die künftigen Bunkertüren eingeholt. Bei der Fraport haben wir kurz danach einen Antrag auf Bezuschussung des Umbaus gestellt. Leider führten die Auswirkungen der Coronapandemie zur Einstellung des Fraport-Förderprogramms. Im Sommer 2020 bekamen wir von der Löwenstein‘sche Stiftung in Kronberg die Zusage von 10.000€ für unseren geplanten Bunkerumbau. Bei der Stiftung des Kreises Offenbach „Miteinander Leben“ und der Umweltlotterie GENAU stellten wir dann auch Anträge für den Bunkerumbau. Im März 2021 sagte uns die Stiftung „Miteinander Leben“ 8.000€ und die Umweltlotterie GENAU im Juli 2021 5.000€ für unser Umbauprojekt zu. Allein die Genehmigung der Gemeinde Mainhausen als Grund- und Gebäudeeigentümer stand noch aus. Anfang August war es dann endlich soweit. Bei einem offiziellen Termin am 11. August 2021 an den Bunkern mit Landrat und Bürgermeister bekamen wir das Okay der Gemeinde für den Umbau.
Nun warten wir auf unseren Bauunternehmer und dessen Korrektur des Angebotes vom Februar 2020. Die Umbauarbeiten werden wohl etwas teurer als damals kalkuliert. Wir hoffen diese Preissteigerung durch Eigenleistungen abfangen zu können.

Am 3. September berieten wir das gemeinsame Vorgehen zusammen mit der THW Jugend Seligenstadt und Bad Homburg. Da auch die THW Jugend Bad Homburg ihre Mithilfe angeboten hat, können wir vermutlich zwei Bunker gleichzeitig umbauen.

Fledermauserlebnis im Seligenstädter Stadtwald

Am Samstag, den 28. August haben wir in den Stadtwald eingeladen, um Fledermäuse hautnah zu erleben. Im Rahmen der 25. Internationalen Fledermausnacht trafen wir uns am frühen Abend am Parkplatz an der Langen Schneise. Ausgestattet mit einer tragbaren Leiter machte wir uns auf den Weg entlang des Fledermauslehrpfades zu den Fledermäusen.

An den Lehrtafeln hielten wir inne, um spannende Details aus dem Leben dieser Tiere zu erzählen. Fledermäuse sind kein bisschen gruselig, sie sind anmutig und leider auch gefährdet! Der deutsche Name „Fledermäuse“ ist irreführend, sie haben nichts mit Mäusen zu tun. Die nützlichen Insektenfresser sind am nächsten mit Maulwurf und Igel verwandt.

Nach 2/3 des Fledermauslehrpfadweges bogen wir in den Wald ein. Jetzt, Mitte August, beginnt die Herbstkontrolle der Fledermauskästen. Zwischen Mainhausen und Hainstadt betreun wir rund 600 Fledermauskästen. Diese werden jeweils im Frühjahr und im Herbst kontrolliert. Seit 36 Jahren dokumentieren wir Bestand und die Entwicklung der einzelnen Fledermausarten im Ostkreis Offenbach. Im Rahmen dieser Herbstkontrolle wurden 5 Kästen geöffnet und die Belegung in die Erfassungslisten eingetragen. In 2 Kästen fand man je 12 und 20 Fransenfledermäuse. Der Aufschwung nahe der Spitze der Ohren ist für diese Art charakteristisch. In einem weiteren Kasten fand sich ein männliches Großes Mausohr. Diese Art ist erst seit 2009 zurück in unseren Wäldern. Durch das Verbot von DTD und Lindan im Jahre 1978 nehmen die Bestände wieder zu. Nur den dort früher häufigen Abendsegler fand man nicht. Diese Art geht landesweit stark zurück, sie ist das häufigste Schlagopfer an deutschen Windkraftanlagen.

Danach ging es zur Dachsbauschneise. In den inzwischen eingeschalteten Fledermausdetektoren knatterte es. Vor allem Mücken- und Zwergfledermäuse waren bereits unterwegs. An der Dachsbauschneise fand sich in den Kästen nur Kotnachweise von Fledermäusen. Sowohl Große Mausohren, als auch kleinere Arten hatten die Kästen dort im Sommer genutzt.

Am nahen kleinen Teich beobachteten wir Fledermäuse bei der Jagd. Bis auf weniger als einen Meter kamen die Fledermäuse an uns heran. Mücken-, Zwerg- und Breitflügelfledermäuse, sowie kleine Myotisarten konnte man mit den Detektoren unterscheiden.

Zurück zur Langen Schneise und dann zum Parkplatz wurde in vollständiger Dunkelheit zurückgelegt. Nach ca. 2 ½ Stunden erreichte wir wieder den Parkplatz.

Das Jahr 2021 war kein gutes Jahr für die kleinen Nützlinge. Durch den eher kalten und feuchten Sommer, sowie der Mangel an Insekten, waren die Mütter schlecht genährt. Zu wenig Milch! Viele Jungtiere starben an Unterernährung. Fledermäuse haben in der Regel nur ein Junges. Ausfälle stecken sie daher äußerst schlecht weg.

Batnight am 28. August im Stadtwald

Traditionell am letzten Wochenende im August finden in über 35 Ländern die internationale Fledermausnacht statt. Bei vielen Veranstaltungen kann man an diesem Wochenende die wendigen Insektenjäger in ganz Deutschland erleben.

Fledermäuse sind kein bisschen gruselig, sie sind anmutig und leider auch gefährdet! Wenn es dämmert, segeln sie über unsere Köpfe. Sie schreien mit dem Schalldruck eines Presslufthammers in die Nacht. Gut, dass wir die hochfrequenten Rufe im Ultraschallbereich nicht hören können! Der Namen „Fledermäuse“ ist irreführend, der lateinische Name lautet Chiroptera „Fledertiere“. Am nächsten verwandt sind sie mit Maulwurf und Igel. Alle der 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind Insektenfresser.

Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen und schlafen mit dem Kopf nach unten. Sie sind streng geschützt. Ihre Anwesenheit in unserer Nähe ist oft unbemerkt. Sie nutzen kleinste Hohlräume und verursachen keine Schäden. Gebäudesanierung und der Verlust alter Bäume trägt zu ihrer Wohnungsnot bei. Ungestörte Quartiere für die Versorgung der Jungen oder in denen sie schlafend den Winter verbringen können sind oft Mangelware.

Das Jahr 2021 war kein gutes Jahr für die kleinen Nützlinge. Durch den eher kalten und feuchten Sommer, sowie der Mangel an Insekten, waren die Mütter schlecht genährt. Zu wenig Milch! Viele Jungtiere starben vermutlich an Unterernährung. Fledermäuse haben in der Regel nur ein Junges. Ausfälle stecken sie äußerst schlecht weg. Seit fast 60 Millionen Jahre leben sie weitgehend unverändert auf unserer Erde.

Die Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz Seligenstadt und Mainhausen (AgFA) und der Wanderclub Edelweiß lädt am Samstag, den 28.08, zu einer Fledermausführung ein. Von der Edelweißhütte fährt ein Shuttlebus zum Fledermauslehrpfad im Stadtwald. Vor der Führung ist Gelegenheit sich an der Edelweißhütte zu stärken. Alternativ ist es auch möglich direkt zum Treffpunkt am Beginn des Fledermauslehrpfades, Parkplatz Langen Schneise, nahe der Autobahnabfahrt Seligenstadt zu kommen. Die Führung startet um 18:30 Uhr am Fledermauslehrpfad. Nach einem Vortrag entlang des Fledermauslehrpfades werden im Rahmen der Herbstkontrolle einige Fledermauskästen kontrolliert, bevor man mit speziellen Geräten der Rufe der Fledermäuse lauscht. Coronabedingt wird um Anmeldung unter info@fledermausschutz-seligenstadt.de gebeten!

Neuer Nachweis vom Grauen Langohr und Netzfang in Schwarzenfels

Am 5. August kam ein Notruf wegen einer Fledermaus mit langen Ohren aus Zellhausen. Das Tier hatte geblutet und war leider nach unserem eintreffen bereits gestorben. Das adulte Männliche Tier wurde vermutlich von einer Katze attackiert und ist der Erstnachweis dieser Art in der Gemeinde Mainhausen.

Da war das Graue Langohr bereits tot!
Das Tier wirkte schlecht ernährt

Am Abend waren wir bei einem Netzffang in Schwarzenfels. Beim Eintreffen starker Regen, der aber dann doch ziemlich bald nachlies. Erst kurz vor Mitternach kam ein kurzer Regenschauer.

Männliche Mopsfledermaus

Abendwanderung mit den 4. Klassen der Dreieicher Grundschule

Am 5. Juli 2021 sind wir mit 40 Kindern und 4 Lehrerinnen von 20 bis 22:30 Uhr um das NSG Bong’sche Kiesgruben gewandert. Unser Thema war Fledermäuse. Die ersten Fledermäuse flogen kurz nach 21:30 Uhr. Da waren wir bereits auf dem Rückweg. Am Main vor allem Zwerg- und Mückenfledermäuse, dann im Waldbereich eine noch nicht bestimmte Myotis-Art. Am Hundeplatz vor allem Breitflügelfledermäuse, neben Zwergfledermäusen und Braunen Langohren. Bis zum Campingplatz eher spärlich zwei Mückenfledermäuse. Kurz vor dem Eingang zum Campingplatz nochmal Zwerge. Am Seeufer des Badesees vor allem Wasserfledermäuse, Mückenfledermäuse und ein Großer Abendsegler. Ein größerer Nager durchschwamm den See. Ein einzelnes Glühwürmchen saß direkt am Seeufer.

Naturerlebnis mit der Konrad-Adenauer-Schule

Vom 21. Juni bis 2. Juli 2021

Unser Programmbeitrag:

  • 22.6. (Di)             Tümpeln                              19 Kinder
  • 23.6. (Mi)            Streuobstwiese                15 Kinder
  • 24.6. (Do)           Fledermäuse                     9 Kinder
  • 25.6. (Fr)             Streuobstwiese                20 Kinder
  • 28.6. (Mo)          Streuobstwiese                19 Kinder
  • 30.6. (Mi)            Fledermäuse                     9 Kinder
  • 02.7. (Fr)             Nistkästen                          22 Kinder

Materialliste Projekt „Tümpeln“:

  • Arbeitsblätter und Papier
  • Stifte
  • Kescher
  • Klemmbretter
  • Bestimmungstafeln Pflanzenfamilien
  • Becherlupen
  • Tische
  • Ferngläser
  • Blumenpressen und Zeitungen
  • Präpariernadeln
  • Pinsel
  • Pinzetten
  • Mikroskope

Materialliste Projekt Streuobstwiese:

  • Arbeitsblätter und Papier
  • Stifte
  • Kescher
  • Klemmbretter
  • Bestimmungstafeln Pflanzenfamilien
  • Becherlupen
  • Tische
  • Ferngläser
  • Blumenpressen und Zeitungen
  • Präpariernadeln
  • Pinsel
  • Pinzetten
  • Mikroskope

Materialliste Projekt Fledermäuse:

  • Film
  • Vortrag
  • Modelle
  • Fledermaus
  • Kescher
  • Netze
  • Bestimmungstafeln Pflanzenfamilien
  • Becherlupen
  • Tische
  • Ferngläser
  • Blumenpressen und Zeitungen
  • Präpariernadeln
  • Pinsel
  • Pinzetten
  • Mikroskope

Geplanter Ablauf „Tümpeln“

  • Arbeitsblatt „Der Teich“ zum Ankommen
  • Beobachtung der Vögel (Ferngläser bekomme ich vom NABU Hainburg)
  • erarbeiten der verschiedenen Lebensräume
  • keschern im Wasser und der Ufervegetation (eventuell auch vom Boot aus)
  • Bestimmung der gefangenen Tiere und anfertigen der Wassertiersteckbriefe (für die Tiere in der Ufervegetation den Steckbrief_Wiesentier)

Geplanter Ablauf „Steuobstwiese“

  • Arbeitsblatt „Die Wiese“ zum Ankommen
  • Beobachtung der Vögel (Ferngläser bekomme ich vom NABU Hainburg)
  • Aufbau der Wiese – verschiedene Schichten; Streuobstwiese: Obstbäume
  • abklopfen der Obstbäume und Bestimmung der Insekten
  • keschern auf der Wiese und Bestimmung der Insekten
  • sammeln und pressen von Blumen

Geplanter Ablauf „Fledermäuse“

  • Frühstück auf der Wiese
  • Einführung Fledermäuse – bringe ein lebendes Tier mit und unsere Modelle
  • Film über Fledermäuse (alternativ oder additiv ein PPoint Vortrag)
  • aufhängen von 3 Fledermauskästen auf der Bleiche
  • keschern auf der Wiese und Bestimmung der Insekten (als Nahrung der Fledermäuse und damit die Kinder aktiv etwas tun können)
  • bei Bedarf: sammeln und pressen von Blumen (als Nahrung der Insekten)

Dirk Steffens – Über Leben

Zeit zum Handeln: Dirk Steffens über die Bewahrung der Artenvielfalt

Zitat aus dem HR 1 Pdtcast:

»Wir befinden uns mitten im sechsten Massenartensterben und erleben den größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch hat ihn ausgelöst und nur er kann ihn stoppen.«

Wer den Podcast gehört hat, für den ist das Buch ein muss!

Ohne Artenschutz kann unsere Zivilisation nicht weiter existieren

Über Leben:- Wie wir die Ökokrise überwinden von Dirk Steffens
und Fritz Habekuß

Verlag: Penguin
ISBN: 978-3328601319
Preis: 20 Euro