Mückenfledermaus (Pipistrellus Pygmaeus)

Bild: © D. Nill

Vorkommen von Pipistrellus in Seligenstadt und Mainhausen

Vorkommen der Pipistrellus-Arten bei den Kastenkontrollen in Seligenstadt und Mainhausen von 1985 bis 2016

Im Bereich Seligenstadt/Mainhausen bei Kastenkontrollen nachgewiesene Pipistrellusarten 1985 bis 2018

 

Nachweis von Pipistrellus-Arten in Hainburg
Nachweis von Pipistrellus-Arten in Seligenstadt
Nachweis von Pipistrellus-Arten in Klein Welzheim
Nachweis von Pipistrellus-Arten in Mainhausen

 

 

 

Aussehen und Größe

Sehr kleine 4 bis 7 g schwere Fledermaus mit auffällig kurzer heller Schnauze, stark gewölbter Stirn und kurzen hellen Ohren. Ein kleiner erhöhter Wulst zwischen den Nasenlöchern kommt nahezu ausschließlich bei der Mückenfledermaus vor. Die Behaarung auf der Schwanzflughaut ist ähnlich der Rauhautfledermaus und reicht damit wesentlich weiter als bei der Zwergfledermaus. Ein sehr verlässliches Merkmal ist die Färbung des Penis, der bei der Mückenfledermaus gelblichweiß und an seinen Seitenpolstern oft sogar orange gefärbt ist, während der Penis der Zwergfledermaus graubraun mit hellem Mittelstreifen ist. Der Flügel ist am Hinterrand oft hell bis weißlich gesäumt. Das nachgewiesene Höchstalter schwedischer Tiere beträgt über 8 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 1 bis 2 Jahren. Es liegen kaum gesicherte Erkenntnisse vor. Einige der bislang der Zwergfledermaus zugeordneten Langstreckenflüge könnten jedoch die Mückenfledermaus betreffen. Zumindest kleinräumige Wanderungen mit bis über 500 km Entfernung.

 

Verbreitung und Lebensraum

Wesentlich stärker auf Auwälder, Niederungen und Gewässer jeder Größenordnung, insbesondere Altarme angewiesen als die Zwergfledermaus. Vor allem während der Trächtigkeit und Zeit der Jungenaufzucht werden Gewässer und deren Randbereiche als hauptsächliche Jagdgebiete angenommen, nach der Jungenaufzucht wird ein breiteres Spektrum, z. B. auch entlang von Vegetationskanten genutzt . Im Mittelmeerraum und an der Schwarzmeerküste kann die Art häufig jagend über dem Meer in flachen Buchten und über Lagunen angetroffen werden. Im gesamten Verbreitungsgebiet werden landwirtschaftliche Nutzflächen und Grünland gemieden.

Lokale Vorkommen

Kolonie mit ca. 300 Tieren in Zellhausen.

Fortpflanzung

Wochenstuben der Mückenfledermaus sind in der Regel wesentlich individuenreicher als bei der Zwergfledermaus. Die größten Quartiere in Deutschland beherbergen bis zu 300 Tiere. Es gibt aber durchaus auch kleine Wochenstuben von 15 bis 20 Weibchen. Wochenstubenquartiere liegen in Außenverkleidungen von Häusern, Flachdachverkleidungen, Zwischendächern und Hohlwänden, an Jagdkanzeln oder in Baumhöhlen und in Fledermauskästen. Winternachweise sind bislang spärlich und stammen meist aus Gebäuden und Baumquartieren, aber auch aus Fledermauskästen. Vermutlich überwintert die Mehrzahl der Tiere in Baumquartieren.

 

Ernährung und Jagd

Die Nahrung unterscheidet sich prinzipiell nicht von der der Zwergfledermaus und umfasst Zweiflügler, Hautflügler und Netzflügler, nur zu einem sehr geringen Anteil weitere Fluginsekten. Es dominieren Insekten von Flussniederungen und Auen wie Zuckmücken und Eintagsfliegen. Die Mückenfledermaus ist äußerst wendig und jagt im Mittel kleinräumiger und stärker an der Vegetation als die Zwergfledermaus. So jagt sie häufig unter überhängenden Ästen an Gewässern, in eng begrenzten Vegetationslücken im Wald oder über Kleingewässern. Einzelbüsche oder Bäume werden intensiver abgeflogen als durch die weiträumiger patrouillierende Zwergfledermaus. Insgesamt scheint die Mückenfledermaus gezielter und kleinräumiger als die Zwergfledermaus zu jagen, jedoch in einem größeren Gesamtareal.

 

Weiterführende Info’s:

Hessen Forst Artengutachten 2011

Hessen Forst Artengutachten 2003

Hessen Forst Artensteckbrief 2006