Fledermausschutz

Fledermäuse gibt es seit über 60 Millionen Jahre auf unserer Erde. Das in den 30-er Jahren eingeführte Lindan und DTD haben viele Arten bei uns fast ausgerottet. Seit dem Verbot von Lindan und DTD im Jahre 1978 geht es bei manchen Arten wieder aufwärts. Vor allem bei den weit wandernden Arten gibt es seit einigen Jahren eine neue Gefahrenquelle. Pro Jahr verenden ca. 250.000 Fledermäuse allein in Deutschland an Windkraftanlagen.

Mit unserem Fledermausmotoringprogramm im Wald versuchen wir den Trend bei den Veränderungen der Fledermausbestände sichtbar zu machen. Ganz deutlich zeigen unsere Daten eine sehr starke Abnahme bei den Beständen des Großen Abendseglers. Die Art, die zur Zugzeit in früheren Jahren oft in größeren Mengen feststellbar war, wird heut kaum noch angetroffen. Überwinterungen scheinen keine mehr stattzufinden.

Mit unserem Fledermauslehrpfad, der 2016 eingeweiht wurde, möchten wir über Fledermäuse informieren und auf deren Gefährdung hinweisen. Für Schulklassen und Kindergärten bieten wir an Fledermäuse hautnah kennen zu lernen. Bei Führungen im Stadtwald Seligenstadt werden wir sie über das Leben der Kobolde der Nacht informieren. Unsere Führungen bieten wir kostenlos an, über eine kleine Spende würden wir uns allerdings freuen!

Was können Sie für Fledermäuse tun?

  • Bitte tolerieren und erhalten Sie bestehende Fledermausquartiere in und an Gebäuden, Bäumen und Höhlen. Sorgen Sie für neue Unterschlüpf!
  • Bitte vermeiden Sie jede Art von Störungen im Quartier, wichtig vor allem während des Winterschlafes und der Jungenaufzucht von Juni bis August.
  • Bitte Vermeiden oder minimieren Sie den Einsatz von Pestiziden im eigenen Garten! Verwenden Sie keine Fledermausschädlichen Holzschutzmittel in Dachstühlen!
  • Helfen Sie mit duch die Weitergabe von Informationen über die faszinierende Lebensweise von Fledermäusen, um Bedenken und Vorurteile zu zerstreuen.

Haben Sie ein Jungtier, eine verletzte oder eine tote Fledermaus gefunden, suchen Sie Rat bei Fledermausexperten oder kontaktieren Sie uns! Wir werden versuchen Sie über die weitere Vorgehensweise zu beraten.

Was wird in Europa für Fledermäuse und deren Schutz getan?

Im Jahre 1991 wurde EUROBATS (Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen) gegründet, um den bedenklichen Schutzstatus von Fledermäusen in Europa zu verbessern. Hierdurch wollte man den Mitgliedsstaaten und den möglichen Beitrittskandidaten einen Leitfaden für dem Schutz von Fledermäusen in ganz Europa geben.

Bei uns und in den anderen Vertragsstaaten ist es seitdem gesetzlich verboten Fledermäuse zu fangen, in Gefangenschaft zu halten oder zu töten. Nur für Forschungszwecke sind mit amtlicher Erlaubnis Ausnahmen von diesen Verboten möglich. Diese Richtlinien wurden durch das Bundesnaturschutzgesetz umgesetzt.

In dem Abkommen wurden folgende strategische Ziele vereinbart: die Identifizierung wichtiger Stätten und Gebieten für den Fledermausschutz, die Überwachung des Zustands und der Entwicklung von Fledermauspopulationen und das Erforschen des Wanderverhaltes der Fledermäuse. Auf den Erkenntnissen dieser Arbeiten entwickelt und überarbeitet EUROBATS Empfehlungen und Richtlinien die von den Vertragsstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt werden sollen. Hierzu gehören:

  • Methoden des Fledermausmonitorings,
  • wichtige unter- und oberirdische Lebensstätten sowie Nahrungsgebiete,
  • nachhaltige Forstwirtschaft für Fledermäuse,
  • Holzbehandlung in Gebäuden und Parasitenbekämpfung bei landwirtschaftlichen Nutztieren,
  • Fang von und Forschung an gefangenen Fledermäusen (inkl. Beringung und Markierung der Tiere),
  • Windkraftanlagen und Fledermäuse und
  • internationale Zusammenarbeit von Regierungen und Naturschutzorganisationen.

Im Moment sind neben allen Länder des europäischen Kontinentes auch die britischen Inseln, Irland, Zypern, Malta und viele der zu europäischen Staaten gehörenden Inseln diesem Abkommen beigetreten.

Wir versuchen im Geiste dieses Abkommens zu handeln und unseren Beitrag zu leisten.

Welche Fledermausarten gibt es bei uns?

Vorkommende Fledermausarten im Bereich Seligenstadt, Mainhausen und Hainburg.

Im Bereich Seligenstadt/Mainhausen bei Kastenkontrollen nachgewiesene Fledermausarten 2016 bis 2018

Pipistrellus (Mücken-, Zwerg- und Rauhhautfledermaus)
Großes Mausohr
Fransenfledermaus
Braunes Langohr
Bechsteinfledermaus
Abendsegler

Wo sind wir aktiv?

Fledermausmonitoring: Übersicht über die Fledermauskästen im Bereich Ostkreis Offenbach. Jedes Sybol entspricht in der Regel 5 Kästen.

Berichte über unsere Fledermauskontrollen.

Detektoruntersuchungen im Ostkreis Offenbach.

Öffentlichkeitsarbeit, um über Fledermäuse zu informieren.

Beteiligung an der Internationalen Fledermausnacht:

  • Jedes Jahr während des Sommers führen Fledermausschützer in ganz Europa Veranstaltungen durch, in denen sie Informationen über die faszinierende Lebensweise der Fledermäuse weitergeben.