Stand des Wendehals und Gartenrotschwanz-Monitorings

Der NABU Hainburg und die Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz beteiligen sich am Nistkasten-Programm für Wendehals- und Gartenrotschwanz des Forstamtes Langen. Im Vogelschutzgebiet „Sandkiefernwälder der östlichen Untermainebene“ wurden Kästen für zwei besonders bedrohte Vogelarten installiert. Zwei der Flächen liegen im Ostkreis Offenbach. Im Bereich der Lehmgrube Hainburg fördert man den Gartenrotschwanz und den Wendehals. Der Waldbereich wurde und wird weiter für diese Vogelarten optimiert. In der Sendefunkanlage Zellhausen wird der Wendehals durch zusätzliche Nisthilfen unterstützt. Dieses Gebiet ist für diese kleine Spechtart besonders gut geeignet. Die lichten Wälder mit den angrenzenden Offenlandbereichen bieten ihm  im Moment noch einen geeigneten Lebensraum. In den letzten Jahren hatte der Wendehals dort bereits erfolgreich gebrütet. Ziel der Maßnahme ist beide Vogelarten bei uns im Bestand zu erhalten und deren Lebensraum möglichst zu verbessern.

Wendehals und Gartenrotschwanz sind Höhlenbrüter, die auf vorhandene Höhlen angewiesen sind. Unsere Wendehälse überwintern südlich der Sahara und kommen ab Anfang März aus ihren Überwinterungsgebieten zurück. In der Regel legen sie zwischen 6 und 10 Eier. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Brut und Aufzucht der Jungen. Die Brut und Nestlingsdauer  ist nach ungefähr einem Monat beendet. Er ernährt sich überwiegend von Ameisen. Die Rote Liste der Vögel Hessens (Stand Mai 2014) führt den Wendehals als vom Aussterben bedroht. Ab Mitte August zieht er wieder in die Überwinterungsgebiete.

Der Gartenrotschwanz überwintert wie der Wendehals südlich der Sahara. Er trifft Ende März im Brutgebiet ein. Als Lebensraum bevorzugt er  lichte Altholzbestände, Auwälder, Hecken mit Überhälter, Feldgehölze, Streuobstwiesen, Parks, Klein- und Obstgärten. Ernähren tut er sich von Insekten und Spinnen. Neben Baumhöhlen nutzt er auch Halbhöhlen, brütet gelegentlich frei in Bäumen oder kann in trockenen Wäldern auch auf dem Boden brüten. Er legt meist 6 bis 7 Eier. Nach etwa einem Monat werden die Jungen flügge.  Die Rote Liste der Vögel Hessens (Stand Mai 2014) führt den Gartenrotschwanz als stark gefährdete Vogelart.  Anfang August zieht er in die Überwintergebiete.

Neben den visuellen Kontrollen nach der Brutzeit wird man beide Arten in den drei Maidekaden akustisch verhören. Nach der Brutsaison werden die Wendehalskästen verschlossen um eine Fehlbelegung zu minimieren. Anfang April werden sie dann jedes Jahr wieder geöffnet. Die Ergebnisse und Bruterfolge der Vögel werden dokumentiert und findet Eingang in die Naturschutzdatenbank des Landes Hessen (NATUREG).

Zustand der Arten 2014

Zustand der Arten (Grundlage Rote Liste 2014)

Auszug aus Vogel und Umwelt 21 (2014): Vollständiger Bericht

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