Ein Lebensraum kämpft ums Überleben

Für den Bau der Hochwasser Anlegestelle Mainhausen wurde flussaufwärts hierfür ein Ausgleich geschaffen. Zwischen der Mainwiese und der Nato Straße unterhalb des Friedhofes entstand eine Vorrangfläche für die Natur. Tümpel wurden angelegt, ein Steinhaufen für Reptilien und Amphibien geschaffen und am Ufer eine Wand für den Eisvogel gebaut. Nach Meinung des HGON Arbeitskreis Offenbach und der Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz Seligenstadt und Mainhausen (AGFA) geht die Entwicklung der Fläche in die falsche Richtung. Auf der Fläche hat sich die Brombeere massiv ausgedehnt und viele Trampelpfade durch die Fläche die Bodenvegetation teilweise total zerstört.

Anfang der Woche trafen sich Mitglieder von HGON und AGFA mit Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Nach kurzem Augenschein waren sich alle Teilnehmer des Treffens einig: „Hier muss etwas geschehen!“ Das Wasser- und Schifffahrtsamt erklärte sich sofort bereit noch vor dem 1. März die notwendige Erstpflege einzuleiten. Kommende Woche sollen die Brombeeren mit Maschineneinsatz auf der Ausgleichfläche zurückgedrängt werden.  Zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasser- und Schifffahrtsamt soll ein Pflegekonzept entwickelt werden, wie das Schilf gefördert und die Verbuschung zurück zu drängen ist. Hierbei wird man sich auch überlegen wie die Schäden durch die Bodenverdichtungen behoben werden können. Für die Fläche wünscht man sich einen „psychologischen Zaun“. Vielleicht eine 50 cm hohe vertikale Latte, die symbolisch das Gelände markiert?

Zugang von der NATO Straße

Seit vielen Jahren schwinden an Flüssen und Seen in Europa die Schilfbestände. An manchen Orten betrug der Rückgang mehr als 90%. Es ist eine Katastrophe für viele Vogelarten und Fische, sie verlieren Nahrung und Unterschlupf. Im Jahre 2005 Startete das Projekt „Stopp dem Schilfsterben“. Die Deutsche Umweltstiftung Umwelt gab mehr als 500.000€ als Starthilfe. Seitdem versucht man wissenschaftlich die Ursachen des globalen Schilfsterbens zu klären. Im Jahre 2009 hat die Uni Konstanz ein Algenpilz gefunden, der hauptursächlich für den Schilfschwund verantwortlich sein könnte. Er schädigt die Schilfpflanzen und bringt sie zum Absterben.

In der Brombeerhecke sind noch einzelne Schilfpflanzen am Leben

Aus Sicht von HGON und AGFA ist es daher wichtig die verbliebenen Reste zu schützen und zu pflegen.  Am Rande der Ausgleichsfläche ist eine Informationstafel zum Lebensraum Schilf geplant. Auf ihr soll über die Notwendigkeit der Pflege und die Bewohner dieses Lebensraumes informiert werden.

Die Brombeere dringt immer weiter in den Restbestand des Schilfes vor
Restschilffläche
um einen der Teiche scheint das Schilf noch ok
Trampelpfade haben den Boden stark verdichtet
auch direkt am Mainufer gibt es noch Schilfreste
Trampelpfad durch das Gelände
hier ist das Schilf hoffentlich noch zu retten?
platt, im Gelände entsorgt
Der Japan-Knöterricht mit Samenstände des Vorjahres
am Fahrradweg Richtung Norden
Auch am Ende des NSG Mainufer dringt die Brombeere in das Schilf vor
100m später scheint die Schilffläche noch in Ordnung
zum Teil sehr verinselt

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