Kreisamphibienkartierung 1991

1991 führte der Kreis Offenbach eine kreisweite Amphibienkartierung durch. Aus dem Bericht dazu werden hier ein paar Details dargestellt.

Anzahl Gewässertypen und Laichgeschehen auf den Gewässertyp bezogen

Insgesamt wurden 1.116 Gewässer untersucht. In 533 davon fanden Ampibien einen Laichplatz. Das waren 48 %. Pro Gewässer wurden im Mittel 2,34 Amphibienarten kartiert. Die durchschnittliche Laichplatzgröße (Anzahl Laichklumpen) lag bei 55,23 Laichballen.

Welche Art nutzt welchen Gewässertyp?

Die Arten waren durch die hessische Amphibienkartierung davor festgelegt. Der Fadenmolch im Stadtwald Seligenstadt war wahrscheinlich eine Fehlbestimmung? Die Rotbauchunke im Schwarzbruch von Seligenstadt wurde mit Sicherheit dort ausgesetzt und hat wohl auch nicht überlebt? Die Geburtshelferkröte ist eine montane Art und kommt normalerweise im Kreis Offenbach nicht vor? Die Wechselkröte wird immer wieder mal im Kreis Offenbach festgestellt. Der letzte bekannte Nachweis stammte von der Lehmgrube in Hainstadt.

Die Anzahl der genutzten Gewässertypen korrespondieren mit der Anzahl der Laichplätze (sie nachfolgende Tabelle). Teich- und Bergmolch nutzen oft kleinste mit Wasser gefüllte Fahrspuren, sie sind sicherlich nicht komplett erfasst.

Artenliste nach Laichplatzanzahl

Grasfrosch255
Springfrosch181
Bergmolch177
Teichfrosch166
Teichmolch148
Erdkröte112
Feuersalamander57
Moorfrosch42
Kleiner Wasserfrosch34
Kreuzkröte 25
Laubfrosch21
Seefrosch19
Knoblauchkröte7
Gelbbauchunke5
Kammmolch5
Wechselkröte0

Gras-, Spring- und Wasserfrosch, sowie Berg- und Teichmolch kamen 1991 fast flächendeckend vor. Auch die Erdkröte ist flächendeckend vorhanden, wegen dem Massenzug und den damlas notwendigen Amphibenzaunprojekte ist ihr Vorkommen in der nachfolgenden Karte auf die 1/16 der Messtischblätter gerastert:

Messtischblätter über den Kreis Offenbach gelegt mit den 16 Teilrastern

Die Tabelle unten weist für das Messtischblatt Seligenstadt 15 Raster aus. Optisch sind aber eigentlich 16 zu sehen? Vieleicht wurde ein Raster nicht berücksichtigt? Das Messtischblatt 5918 Frankfurt Ost wurde offensichtlich nicht untersucht? Die vergebenen Rasternummern im Gutachten sind nicht konsistent vergeben? Mansche Rasternummern kommen in meheren Messtischblättern vor. Die Informationen werden daher reduziert wiedergegeben:

Gewässer-/Laichplatzdichte Anzahl auf 1/16 Raster für die Messtischblätter im Kreis

Gewässer-/Laichplatzdichte der tangierten Messtischblätter

Die höchste Gewässer-/Laichblattdichte pro 16 Raster liegt im Messtischblatt Langen (östliches Langen und Egelsbach, Offenthal, Urberach und der westliche Teil von Ober-Roden. Nördlich tangiert es Götzenhain, Dietzenbach und Messenhausen.

Gefolgt vom Messtischblatt Alzenau (Klein-Welsheim und Mainflingen).

An dritter Stelle folgt das Messtischblatt Babenhausen (Ober-Roden Ost, Nieder-Roden und Dudenhofen),

An vierter Stelle liegt das Messtischblatt Neu Isenburg (Neu Isenburg, Sprendlingen, Heusenstammm, Dreieichenhain, Götzenhain, kleine Teile von Ober-Roden und Jügesheim)

An fünter Stelle folgt das Messtischblatt Seligenstadt (Teile von Lämmerspiel, Hausen, Obertshausen, Weißkirchen, Hainstadt, Klein Krotzenburg, Rembrücken, Hainhausen, Froschhausen, Seligenstadt, Teile von Klein Welsheim und Zellhausen, Jügesheim und Nieder-Roden)

An sechter Stelle folgt das Messtischblatt Kelsterbach (Teile von Langen und Egelsbach, Zeppelinheim, Neu Isenburg und Buchschlag)

An siebenter Stelle folgt das Messtischblastt Mörfelden (Langen und Egelsbach)

An achter Stelle folgt das Messtischblatt Hanau (Mühlheim, Dietesheim und Lämmerspiel)

Schlusslicht ist das Messtischblatt Aschaffenburg (südlichste Zipfel von Mainflingen und Zellhausen)

Der Feuersalamander war 1991 auf den Westkreis beschränkt. Da er aber auch im Stadtwald von Frankfurt vorkommt, müsste er auch in der Neu Isenburger Ecke vorgekommen sein? Warum er den Ostkreis meidet ist von den vorahenden Leichgewässern nicht nachvollziehbar?

Der Moorfrosch war 1991 noch relativ häufig. Neben dem Klimawandel dürfte die Verschlechterung der Laichgewässer für den Niedergang verantwortlich sein. Heut ist der Moorfrosch vermutlich vollständig aus unserer Region verschwunden?

Der aktuelle Status des Kl. Wasserfrosches ist unklar. Vermutlich kommt er noch in vielen der damaligen Leichgewässer vor?

Die Kreuzkröte kommt kreisweit vor. Mit 25 Laichgewässer 1991 wohl aber deutlich unter dem tatsächlichen Bestand? Die Kreuzkröte benötigt Pioniergewässer, die arm an Vegetation und sich schnell erwärmen. Der Rückgang der Abbaubetriebe setz der Kreuzkröte vermutlich zusätzlich zu? In Seligenstadt finden wir Kreuzkröten auch in geschlossenen Waldabteilungen wie dem Stadtwald. Dort ist unklar wo sie leichen?

Die Laichgewässer des Laubfrosches waren 1991 vorzugsweise in der Mitte des Kreises. Er dürft auch gelegentlich übersehen worden sein? Die Vorkommen im Letloch bei Seligenstadt und an den Postteichen im NSG Thomassee und Rotsohl weisen auch auf Vorkommen im Ostkreis hin.

Der Seefrosch ist im Kreis auf größere stehende Gewässer angewiesen. Er dürfte seinen Bestand gehalten haben?

Die Knoblauchkröte scheint auf biologisch arbeitende Landwirte angewiesen zu sein. Ein Vorkommen am Letloch in Seligenstadt liegt in der Nähe biologisch bewirtschafteter Flächen. Im benachbarten NSG Thomassee und Rotsohl scheint deutlich weniger biologisch gearbeitet zu werden. Die Knoblauchkröte soll dort aber auch noch vorkommen? Die Vehemaligen Vorkommen um Dreieich und Egelsbach sollten überprüft werden.

Bereits 1991 kam die Gelbbauchunke nur in zwei Gebieten vor. Der Bestand um die Dietesheimer Steinbrüche könnte erloschen sein, Der Bestand nordöstlich von Dreieichenhain bedarf der Überprüfung.

Der Kammmolch gehört wahrscheinlich zu den leicht zu übersehenen Amphibienarten. Er kommt zusätzlich im Fasanengarten in Kl.-Krotzenburg, in den Teichen bei Mainflingen und im Schwarbruch von Seligenstadt vor. vom Bruch von Gravenbruch und aus Langen liegen keine neueren Hinweis vor.

Pro Messtischblatt wurden für die Darstellung 4 x 4 Raster darüber gelegt. Insgesamt sind es 64 Raster, die kreisweit von links oben nach rechts unten durchnummeriert wurden. Die damals aufgenommenen Laichbiotope dürften beim Kreis Offenbach vorliegen. Vielleicht ein Ansatzpunkt um die Bestände der Amphibien zu überprüfen?

AgFA