Seligenstadt

Seligenstadt

Im Norden schließt sich das NSG Pechgraben von Klein-Krotzenburg an. Es ist ein bedeutender Amphibienlebensraum in der östlichen Untermainebene. Feuchten Auwaldreste, Tümpel, Röhrichte und Altarmstrukturen prägen das Gebiet. Es sind ideale Bedingungen für verschiedene Amphibienarten. Die Bestände des Kammmolch dort gelten als bedeutendsten Fundort des Kammmolchs in Hessen.

Das anschließende NSG Schwarzbruch ist ein Mosaik aus Feuchgrünland, Auwaldgesllschaften und Stillgewässern im Bereich ehemaliger Altmainarme. Im Osten des Gebietes wurde vor kuzem auch der Kammmolch nachgewiesen. Er dürfte den durch den Biber aufgestauten Stadtmühlbach zur Reproduktion nutzen. Beeinträchtigt wird das Gebiet in letzter Zeit durch vom Stadtmühlbach eindringende Pflanzensammler beeinträchtigt, die mit Gummistiefel illegal in NSG eindringen. Hier fehlt ein NSG Schild!

Im NSG Scharzbruch wanderten in früheren Jahren große Mengen an Erdkröten durch, die vom NSG Kortenbach kommend die Straße zwischen Seligenstadt und Froschhausen queren mussten. Sie wanderten zum Harressee zum Laichen. Hier wurden anwandernde Tiere über Jahre mit einem Amphibienzaun abgefangen und über die Straße getragen. Mit dem Bau von Untertunnelungen der Straße sind die Bestände vollständig zusammengebrochen. Vermutlich sind die Tunnel für Amphibien zu trocken und werden von den Tieren gemieden? Die Annahme, die Tiere nutzen heute die Teiche auf der um das NSG herum entstandenen Tümpel ist kritisch zu hinterfragen. Das die Erdkröte dort laicht ist sicherlich anzunehmen, aber nicht in den Mengen wie vorher. Zudem scheint das NSG auszutrocknen? Im NSG Kortenbach dürften aber noch einige Amphibienarten vorkommen.

NSG Kortenbach von Froschhausen

Das Kortenbach bei Froschhausen umfasst etwa 40 ha Wald- und Feuchtgebiete. Um das NSG gibt es einige Teiche auf dem Golfclubgelände. Dort ist unklar, was an Amphibien vorkommt? Von Bedeutung waren alte Ulmenbestände, die aber durch Starkwindereignisse gelitten hatten. Im NSG hält sich hartneckig eine acherbauliche Nutzung entlang des Weringgrabens.

NSG Zellerbruch

Om Süden befindet sich das NSG Zellerbruch von Seligenstadt und Zellhausen. Er bildet ein Mosaik von alten Auwaldresten und feuchten Wiesengesellschaften. Erdkröten wanderten in früheren Jahren zu hunderten Richtung Königsee. Mit dem Bau der stationären Amphibienschutzanlage gingen die Bestände zurück. Unklar ob durch die beiden sehr trockenen Jahre oder wegen zu trockner Tunnel? Ab 2027 soll dies genauer untersucht werden.

Früher entsprangen zwei Bäche im NSG. Der Riegelsbach und der Breitenbach. Seit Bau der Autobahn und der vermehrten Wasserförderung im Stadtwald hatte der Breitenbach von heut auf morgen kein Wasser mehr. Das hatte sich seit Jahrzehnten nicht geändert. Früher waren im Breitenbach die Bachneunaugen nicht selten. Bunte Blumenwiesen überzogen das einstige Niedermoor. Mit der Zunahme der landwirtschaftlichen Nutzung sind die Flächen alle vergrünt. Eine Ausgleichsfläche wurde 2026 bereits Anfang Mai gemäht. Vor vielen Jahren hatte die Stadt Seligenstadt im NSG einen Stau gebaut, um das Wasser zu halten. Der Stau hat bis heute noch kein Wasser gesehen. Zusätzlich wird das NSG durch die Eisenbahnunterführung nahe des NSG“s beeinträchtigt. Das Wasser wird dort direkt in den Riegelsbach abgepumpt. Man hätte es auch ins NSG leiten können. Das Abpumpen führte zudem zu Trockenschäden an den Buchen an der A3 in ca. 1,5 km Entfernung (Förster Maier mündl.).

Stadtwald Seligenstadt

Der Stadtwald Seligenstadt beherbergt eine Menge Kleingewässer. Nachgewiesen wurden dort:

  • Springfrosch
  • Grasfrosch
  • Erdkröte
  • Kreuzkröte
  • Bergmolch
  • Teichmolch
  • Moorfrosch
  • Am Letloch in früheren Jahren Rufe des Laubfrosches
  • Knoblauchkröte wohl am Lettloch, der Teich wurde saniert

Vor 50 Jahren dominierten dort noch Kiefernforste. Diese wurden in den vergangen Jahren oft zu Mischwaldbeständen umgebaut. Die Grabensysteme haben im Frühjahr oft lange Wasser. In jeder Pfütze kann man dort vor allem Bergmolche finden. In den größeren Kleingewässern und Gräben auch Teichmolche. Fast alle gefundenen Braunfrösche wurden als Springfrösche bestimmt. Er dürfte eine der dominierensten Amphibenarten im Stadtwald sein. Vom Moorfrosch gibt es nur einen sicheren Nachweis von vor über 10 Jahren im Spätsommer am Teich der Lämmerseeschneise. Zwei adulte Tiere (eigene Beobachtung). Die Erdkröte laicht zumindest an den etwas größeren Kleingewässern und im Abpumpbach von der Dachsschneise zur Brehmshütte. Dort gab es auch viele Teich- und Bergmolche. Diese sind verschwunden mit dem Besatz von Stichlingen ins Gewässer. Manche Teiche wurden mit Goldfischen bereichert, was zum Verschwinden der lokalen Amphiienpopulationen führte. Die Kreuzkröte wird regelmäßig in der Nacht bei den Fledermausexkursionen gefunden. Es ist nicht klar wo sie laicht, sie scheint aber erfolgreich reproduzieren zu können!

AgFA