Amphibienexkursion in den Seligenstädter Stadtwald

Am 1. Mai 2017, gegen 10:00 Uhr, fanden sich rund 30 Personen ein zur Amphibienwanderung der Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz Seligenstadt und Mainhausen (AGFA). Nach einer Einführung über die in Hessen vorkommenden Arten und deren Verbreitung im Kreis Offenbach ging es vom Parkplatz Lange Schneise in Richtung Keltergraben, um in dem dortigen künstlichen Fließgewässer nach Amphibien zu suchen. Tausende von Kaulquappen waren in den flachen Überschwemmungsflächen zu sehen. Die Kinder fingen am Bach die ersten Spring- und Grasfrösche. Die Grasfrösche waren deutlich in der Minderzahl. Den Bach ging es dann entlang in Richtung künstlicher Quelle. Auch hier wurden eine Menge Spring- und Grasfrösche gekeschert.

 

Trotz Regen, alle hatten gute Laune!

An einer größeren Sumpf- und Wasserfläche wurde nach Molchen gesucht. Es dauerte nicht lange bis die ersten Exemplare gefangen wurden. Männchen und Weibchen von Teich- und Bergmolch wurden aufgefunden. Nach der Begutachtung wurden alle Tiere wieder in die Gewässer entlassen. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen. Dies hatte aber nicht wirklich irgendjemand gestört.

In einer blauen Tonne am Bachrand eine gruselige Entdeckung: 3 Erdkröten sind in die Tonne gefallen und ertrunken. Vorher hatten sie noch abgelaicht. Die jungen Kaulquappen saßen auf den toten Tieren. Wenn sie groß genug sind wollen wir sie rausholen und an einen geeigneten Platz bringen.

Teichmolchmännchen (oben) und Bergmolchweibchen (unten)

Teichmolchmännchen (unten) und Bergmolchweibchen (oben)

Bergmolchweibchen 

Bergmolchweibchen 

Teichmolchweibchen 

Teichmolchweibchen 

Fledermausfrühjahrskontrolle in Seligenstadt

Die Frühjahrskontrolle ist weitgehend abgeschlossen. Im April haben wir die Fledermauskästen im Bereich Seligenstadt kontrolliert.

In 15 Kästen mit Fledermauskot (Hinweis auf Belegung in diesem Frühjahr), davon einer mit Hinweis auf eine Wochenstube. 2 Kästen mit Mausohr, 2 Kästen mit Rauhautfledermaus, 3 Kästen mit Fransenfledermauswochenstube (15, 16 und 8 Weibchen), 1 Kasten mit 2 Zwergfledermäuse, 2 Kasten mit 4 Breitflügelfledermausweibchen, 1 Kasten mit Abendsegler, 7 Kästen mit Wespen, 1 Kasten mit Siebenschläfer und 9 Kästen mit Hornissen.

Breitflügelfledermaus bei der Frühjahrskontrolle.

Fledermausfrühjahrskontrolle Hainburg

Die Frühjahrskontrolle ist weitgehend abgeschlossen. Im April haben wir die Fledermauskästen im Bereich Hainburg kontrolliert.

In 11 Kästen gab es Hinweise auf Fledermausbelegung in diesem Frühjahr durch frischen Fledermauskot. Zwei deuten auf eine Nutzung durch eine Wochenstubengemeinschaft hin.

In 8 weiteren Kästen wurden Fledermäuse angetroffen. In 2 Kästen insgesamt 3 Rauhautfledermäuse, in 1 Kasten 3 Kleine Abendsegler, weitere 2 Kästen mit Brauer Langohrwochenstube (je 6 und 8 Weibchen), 1 Fransenwochenstube (8 Weibchen) und 2 mit je einem Mausohrmäcnnchen. In einem Kasten bereits ein Siebenschläfer mit Jungen.

 

Wellnesshotel für Langohren- Fledermausbeobachtungskasten mit Anlockwirkung

geplanter Beginn:    Juli 2017

Umfang:    3 Fledermausbretter (ca. 100 x 80 cm) für 2 Kirchen in Mainhausen, 1 Kirche in Seligenstadt (Basilika)

Inhalt:    Wohnraumangebot für Langohrfledermäuse in Form von Fledermausflachkästen im Kirchturm Begleitendes Monitoring mittels Datalogger und Videoüberwachung

Für diese Kirchen haben wir diese Fledermausbretter angefertigt:

Wir planen sie im Juni in den Kirchen zu installieren.

Erfahrungen des NABU Dürren ergaben in den dort untersuchten Kirchen von April bis Juli 2011 nur sporadisch Aktivitäten (Fledermäuse?) in den Kästen. Ab Ende Juli bis Anfang Oktober wurde der Kasten regelmäßig täglich vielfach besucht bzw. es fand hohe Aktivität im Radius der Kamera statt.

Offen bleibt hierbei, ob die Fledermäuse die Kästen erst finden mussten oder ob es sich mehr um eine artspezifische Verhaltensweise handelte.

In Dürren eingesetzt wurde der Motionfox Mini Datenlogger und eine Überwachungskamera.

Wir planen alle drei Kästen mit einem Datenlogger auszustatten. Bei entsprechenden Aktivitäten käme die Überwachungskamera zum Einsatz. Ein Datenlogger benötigen wir für das neu geschaffene Fledermauswinterquartier in der Sendefunkanlage Zellhausen. Dort soll auch eine bereits vorhandene Wildkamera zum Einsatz kommen.

7 Jahre Amphibienschutzzaun zwischen Seligenstadt und Zellhausen

Es begann nach einem kräftigen Regenguss im Frühjahr 2010. Zwei Jugendliche, Peter Kaden und Tim Deller bemerkten viele überfahrene Kröten und wendeten sich in einem Brief an die Gemeinde Mainhausen, um auf das Drama aufmerksam zu machen. Herr Nachtigall vom Umweltamt Mainhausen, Frau Maurer von der Untere Naturschutzbehörde und Hartmut Müller von der örtlichen NABU Gruppe nahmen sich der Sache an und planten den Bau eines Amphibienschutzzaunes am Königsee in Zellhausen. In einem Presseaufruf wurden Helfer gesucht und man traf sich zu einem Vorbereitungstreffen im Mainflinger Rathaus. Knapp 20 Personen fanden sich damals zusammen, die sich den Dienst am Zaun aufteilten. Für den Aufbau des Zaunes konnte die THW Jugend Seligenstadt gewonnen werden. Den erste Zaun stellte die NABU Gruppe Seligenstadt zur Verfügung, die in früheren Jahren wandernde Amphibien im Bereich der Glaabs-Weiher über die Straße halfen und den Zaun nicht mehr benötigte. Schnell stellte sich heraus, dass knapp 300m Zaun nicht ausreichten. Die Kröten verlagerten oft ihre Wanderkorridore und viele Tiere wurden dann trotz Zaun überfahren. Auch um das benötigte Zaunmaterial zu finanzieren wurde im August 2014 die Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz Seligenstadt und Mainhausen gegründet, die nach der Anerkennung der Gemeinnützigkeit sich seitdem um die Materialbeschaffung kümmerte. Heute ist der Zaun auf 800m angewachsen und er reicht oft immer noch nicht.

Krötenschutzzaun an der L3065 (lila), Hauptwanderkorridor zum See (rot)

Das Wandergeschehen über die Jahre erreichte 2013 ihren Höhepunkt. Seitdem gehen die Zahlen wieder etwas zurück. Besonders im früheren Wiesenbereich kam es zu massiven Einbrüchen. Dies dürfte auf die intensivierte Landwirtschaft zurückzuführen sein. Nach einer Kalkung im Frühjahr 2015 war der Rückgang besonders dramatisch. Heute werden viele Kröten durch direkte Vergiftung mit Glyphosat getötet. Hier sind es besonders die Zusatzstoffe, die durch die Haut der Tiere eindringen und diese töten (Bericht in NANO 2017).

Der Zeit der Wanderungen hängt stark vom  Temperaturverlauf und den Niederschlägen ab. In diesem Jahr war alles viel früher. Bereits Mitte Februar wanderten die ersten Kröten zum Laichgewässer. Mitte März waren die Kröten bereits alle durch. Die Erdkröten machen sich bereits im Herbst auf zum Laichgewässer. Im Radius von bis zu 5km streben sie den Gewässern zu um in deren unmittelbaren Nähe, eingegraben, den Winter zu verschlafen. Mit den ersten feuchten Frühlingsnächten geht der Run auf den besten Laichplatz los. Bei wenigen Graden über Null sind die Tiere wenig bewegungsfähig und brauchen sehr lange Straßen zu überqueren. Mehr als 90% des Bestandes kann so an Straßen dezimiert werden. Bereits Geschwindigkeiten um die 50km/h überleben sie nicht.

Wanderverlauf zum Königsee im Frühjahr 2017

Die Rückwanderung setzte früh ein und war nach einer Woche beendet. Bis Anfang April gab es keine größeren Wanderaktivitäten mehr, so dass der Zaun in diesem Jahr früh abgebaut werden konnte.

Rückwanderung vom Königsee im Frühjahr 2017

Bei den Zaunkontrollen wurden die Wanderaktivitäten eimergenau erfasst.

Bei der Wanderung zum Gewässer wanderten die meisten Kröten im Bereich des Waldrandes (35%). Im Wald wurden 29%, im Wiesenbereich lediglich 16% ermittelt:

Bei der Wanderung weg vom Gewässer wanderten die meisten Kröten im Bereich des Weges (63%). Im Wald wurden 19%, im Wiesenbereich lediglich 17% ermittelt:

Die erhobenen Daten sind wichtig, wenn in der Zukunft erwogen würde eine fest installierte Amphibienleitanlage zu bauen.

Bericht zur Kontrolle des Amphibienzauns 2017 an der Zellhäuser Straße/Gemarkungsgrenze Seligenstadt und Mainhausen

1.     Vorgeschichte

Im Frühjahr 2010 wurde nach kräftigen Regenfällen an der L3065 (Zellhäuser Straße) erstmals ein starker Erdkrötenzug bemerkt. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens wurden viele Tiere überfahren. Bei einer Begehung des betreffenden Straßenabschnittes wurde der Hauptzug im Anschluss an den Waldbereich bis zum Ortsschild Zellhausen lokalisiert. Innerhalb des Waldbereichs wurden damals keine überfahrenen Tiere gefunden. Die Zaunkontrollen erfolgten nun im 6. Jahr.

2.     Umfeld Königsee

Krötenschutzzaun an der L3065 (lila)

 

2.1.           Hauptwanderbewegung und Sommerlebensraum

Die Hauptwanderung der Erdkröten verläuft direkt südlich der Gemarkungsgrenze Seligenstadt/Mainhausen über die L3065. Die meisten Tiere dürften aus dem Bereich Zeller Bruch kommen, wo sie im Laubwald den Sommer verbringen. Der Zeller Bruch selbst trocknet seit mehreren Jahren immer mehr aus. Ursache hierfür dürfte der Bau der A3 und die hohe Grundwasserförderung im Stadtwald Seligenstadt, sowie das Abpumpen an der Unterführung der Umgehungsstraße sein.

2.2.           Weitere Wanderungsbewegungen im Umfeld

Die Erdkröten wandern auch aus dem Waldbereich östlich der L2310 zum Badesee Mainflingen über die K185, sowie aus der Sendefunkstelle südlich der K185 über diese zum Königsee.  Weitere Wanderungen über die Umgehungsstraße zwischen der L3065 und der Stockstädter Straße von Nord nach Süd.

3.     Vorbereitung und zeitlicher Ablauf der Zaunkontrollen

Am Donnerstag, den 14.01.2017, 18:00 Uhr  traf man sich zur Vorbereitung im Sitzungssaal des Rathauses Mainflingen. Der Dienst für die kommenden Zaunkontrollen wurde eingeteilt und der Zaunaufbau besprochen. Die THW Jugend Seligenstadt hatte sich wieder bereit erklärt beim Zaunaufbau zu helfen. Der Zaunaufbau wurde für Samstag, den 18.02.2016 geplant. Die THW Jugend Seligenstadt und Bad-Homburg, unter Leitung von Bernd Lehner  errichtete den Zaun im Feldbereich und halfen beim Aufbau in der Gegenrichtung. Mit weiteren Helfern konnte der Zaun im Waldbereich errichtet werden. Die Beschilderung der Sammelstrecke erfolgte in diesem Jahr termingerecht. Bereits am 16.02. km es zu einer ersten Krötenwanderung. Am 18.02. wurde dann der Zaun aufgebaut. Am 24.03. war die Hinwanderung abgeschlossen. Die Rückwanderung wurde am 01.04. eingestellt. Ab 03.04. wurde begonnen den Zaun für die Hinwanderung abzubauen. In dieser Woche wurden 500m Zaun abgebaut. Am 09.04. trafen wir uns für den Abbau des restlichen Zaunes.

 

3.1 Ergebnisse

3.1.1 Wanderung zum Königsee

Die Wanderung der Erdkröten setzte in diesem Jahr wieder vor dem Zaunaufbau ein. Insgesamt waren 600 Kröten zum Laichgewässer gezogen(357m und 307w). In der Summe waren dies 50 Kröten weniger als im Vorjahr. Von denen wurden 253 bei der Rückwanderung wieder registriert (149m und 104w). Dies waren deutlich mehr als im letzten Jahr.

Wanderung zum Laichgewässer (Kröten insgesamt)

 

Hinwanderung – Belegte Eimer

Die meisten Tiere zogen entlang der Waldgrenze. Nur wenige Tiere am Hurstweg, wo in vorherigen Jahren deutlich mehr Tiere registriert wurden. Der Einbruch im Wiesenbereich ist wohl auf die Aktivitäten des bewirtschafteten Landwirtes zurückzuführen.

 

Wanderung weg vom Laichgewässer

Rückwanderung – Belegte Eimer im Zeitraum 05.03. bis 17.04.

Die Rückwanderung setzte in diesem Jahr zwei Wochen früher ein. Es sind doppelt so viel Tiere vom Laichgewässer weggezogen als 2016. Die meisten Tiere sind im Bereich des Weges gelaufen. Zu den Rändern fielen die Zahlen deutlich ab.

3.2 Aussichten und weitere Planungen

Von Jahr zu Jahr registrieren wir immer weniger Tiere. Es ist offen, ob der Zaun vergrämend auf die Tiere wirkt. Ferner stellt sich die Frage nach dem Sinn des Zaunes für die Rückwanderung. Neuere Theorien geben besonders zwei Aspekte zu bedenken:

  1. Die Tiere sind bei der Rückwanderung deutlich agiler, wegen der höheren Temperaturen und dem kleineren Gewicht der Weibchen, so dass sie die Straße viel zügiger queren können.
  2. Die Rückwanderung kann sich unendlich in die Länge ziehen. Die aufkommende Vegetation hebt den Zaun an und die Kontrolle wird schwieriger.

Aufgrund der zurückgehenden Zahlen, kann eine stationäre Leiteinrichtung im Moment nicht empfohlen werden. Hier wären Daten von solchen Anlagen hilfreich, die über längere Zeiträume gehen. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal zurückwandernde Jungtiere registriert. Hier stellt sich die Frage, warum diese erst nach 6 Jahre Zaunkontrolle auftauchen? Neu in diesem Jahr war auch das Auftreten von vermutlich 3 Springfröschen. Diese wandern deutlich früher zum Laichgewässer als die Erdkröten. Vielleicht sollte man erwägen den Zaun bereits Anfang Januar zu stellen?

 

Fledermausführung im Seligenstädter Stadtwald

Im Rahmen der „12. Naturschutz-Erlebnistagen Hessen“ vom 29. April bis 7. Mai 2017
Montag, 6. Mai 19:00 – 21:30 Uhr

Bei der Fledermausführung in Seligenstadt können Familien und alle Interessierten mehr aus dem heimlichen Leben der fliegenden Waldkobolde erfahren. Wenn es dunkel wird, werden wir ihre Rufe hörbar machen. Treffpunkt ist um 19 Uhr der Parkplatz Lange Schneise (nahe an der A3 Abfahrt Seligenstadt). Dauer der Veranstaltung ca. 2 ½ Stunden.

Amphibienwanderung im Seligenstädter Stadtwald

Amphibienwanderung im Seligenstädter Stadtwald
„12. Naturschutz-Erlebnistagen Hessen“ vom 29. April bis 7. Mai 2017

Montag, 1. Mai 10:00 – 12:00

Bei der Amphibienwanderung können Familien und alle Interessierten die Lebensgemeinschaften der Waldtümpel erleben. Diese Tümpel sind die Kinderstuben von Kröten, Fröschen und Molchen. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr der Parkplatz Lange Schneise (nahe an der A3 Abfahrt Seligenstadt). Dauer der Veranstaltung ca. zwei Stunden.