Lurch des Jahres 2018 – der Grasfrosch

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat den Grasfrosch (Rana temporaria) zum Lurch des Jahres 2018 ernannt.

Grasfroschweibchen © 2017DGHT/Kwet

Noch ist der Grasfrosch in Deutschland weit verbreitet und vielerorts häufig. Die ehemals als Allerweltsart eingestuften Frösche haben es inzwischen auf die Vorwarnliste der Roten Listen der meisten Bundesländer geschafft. In drei Bundesländern sind sie sogar inzwischen als „gefährdet“ eingestuft. Die Rote Liste Hessens 2010 schätzte damals bereits den Rückgang der Art kurzfristig als „mäßig“ und langfristig als „stark“ ein.

Grasfroschmännchen © 2017DGHT/Kwet

Den Namen hat der Grasfrosch von seinem bevorzugten Lebensraum den Gras- und Krautschichten von Wiesen und lichten Laub- und Mischwäldern.

Wanderndes Grasfroschpaar © 2017DGHT/Kwet

Im Frühjahr, ab Mitte Februar sind Grasfrösche bei den ersten Amphibien, die bei Regen und Temperaturen über 5°C zu ihren Laichgewässern wandern. Sie ziehen aus ihren Überwinterungsverstecken zu  Kleingewässern aller Art, ruhigen Bachabschnitte und Weihern. Werden Seen  nicht als Angelgewässer genutzt mit meist viel zu hohem Fischbesatz, so können sie auch diese als Kinderstube nutzen. Die Grasfrösche setzten im flachen Wasser Laichballen mit 700 – 4000 Eiern ab. Im Juni wandern die dann 10 – 15 mm großen Jungfrösche in die Sommerlebensräume ab. Sie fressen Insekten aller Art, Spinnen, Asseln, Tausendfüßer, Schnecken und Würmer. Bei vielen Tieren stehen sie auf der Speisekarte, zum Beispiel: Marder, Füchse, Igel, Wildschweine, Eulen, Greifvögel, Reiher und Störche. Fische und Molche schätzen ihre Eier und Kaulquappen. Die meisten Tiere dürften aber uns Menschen zum Opfer fallen: vergiftet in Wiesen und der Feldflur, oft auch in unseren Gärten, überfahren an unseren Straßen, Verfüllung kleiner Gewässer und feuchter Senken, Vergiftung und Fischbesatz ihrer Laichgewässer.

Grasfroschpaar im Laichgewässer © 2017DGHT/Kwet

Bei uns kommen sie in den Wiesen kaum noch vor. Ganze zwei Frösche fanden sich in den letzten 7 Jahren in den Fangeimern des Amphibienschutzzaunes zwischen Seligenstadt und Zellhausen. Besser ist die Situation in unseren Laub- und Laubmischwäldern. Sind Klein- und Kleinstgewässer im Wald vorhanden, so kommt auch der Grasfrosch vor. Vorrangiges Ziel der Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz (AGFA) für das Jahr 2018 ist die Kartierung, Zustandsbewertung,  Dokumentation und eine mit der Naturschutzbehörde und dem Forst abgestimmte Pflege der Gewässer im Waldbereich.

Gefleckter Grasfrosch © 2017 DGHT/Kwet

Informationen zum Grasfrosch bietet die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde auf ihrer Webseite an:

Vorkommen des Grasfrosches im Kreis Offenbach (Stand:  1991):

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